New York, New York!

Hey, wir habens geschafft! Seit gestern Mittwoch laufen unsere Füsse durch die unglaublich coole, lebendige, (u.a. architektonisch) spannende, beeindruckende Stadt, die uns von der ersten Minute an fesselt. Sie ist um ein Vielfaches schöner als gedacht und hat trotz der vielen Wolkenkratzer einen unglaublichen Charme und eine entspannte Gemütlichkeit, wie wir sie uns niemals so vorgestellt hatten. Doch von vorne: Der gestrige Tag war unglaublich lange. Bereits um 3 Uhr erwachte ich. Auf 3.30 hatten wir den Wecker gestellt, denn dann würde die aufregende Anfahrt auf Manhatten und die Freiheitsstatue beginnen. Um ca. 04.20 passieren wir die Verrazano-Brücke: nachts unglaublich schön mit den beleuchteten Bögen der Brücke, die übrigens aus der Zeichen- und Konstruktionsfeder eines ETH-Absolventen stammt. Die Queen Mary 2 schrammte mit kaum einer Handbreit Abstand (das Schiff hat 13 Decks) unter der Brücke durch. Danach folgte ein zweieinhalbstündiges Traumschauspiel: von der ersten spielzeugklein in der Ferne auftauchenden Skyline Manhattens bis zur Freiheitsstatue, vorbeiziehenden Lastschiffen, Kähnen, Lotsen, Fähren etc. konnten wir bei extremem Wetterglück und tollem Morgenlicht ein wahrlich einmaliges Schauspiel mitverfolgen, wie es wohl Tausenden von Auswanderern und Auswandererinnen seit den Anfängen der Schifffahrt im 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre erging. Danach wurde die transatlantische Überfahrt per Schiff ja allmählich durch das Fliegen abgelöst, und spätestens seit den 1970ern wurde das Fliegen für die Normalsterblichen erschwinglich. Schade, wie wir finden. Denn so eine Überfahrt per Schiff ist schon etwas Besonderes. Sie bringt einem näher an die Elemente, macht Distanzen erfahrbar, und man hat auf dem Schiff wunderbar Zeit, um runterzukommen von der Alltagshektik (falls man in einer solchen ab und an gefangen ist). Zurück zum Blick auf die Liberty und Manhatten (und die anderen imposanten Stadtteile New Yorks und New Jerseys vom Wasser aus: zwei Stunden lang standen wir auf verschiedenen Decks draussen und starrten (mit diesmal vielen vielen anderen Passagieren) die faszinierende Kulisse an, die ruhig und in allen Farbtönen der Morgendämmerung an uns vorbeizog. Meistens war man auf dem obersten Schiffsdeck nämlich sonst fast mutterseelen allein gewesen die letzten 10 Tage. Bloss einige Schweizer (ca. 100 Passagiere der 2500 Gäste sind CH, dann folgen 800 Deutsche, der Rest sind Engländer und die grosse Mehrheit US-Amerikaner). Doch die Schweizer stellen immerhin die viertgrösste Gruppe (wohl Aufgrund der Finanzkraft) dar. Wir vermuteten, dass es die Schweizer jeweils aufs Dachdeck des Schiffs zog, weil wir uns an schwindelwrrwgende Höhe, stürmische Winde und Regenschauer (die es während der erste fünf Tage der Überfahrt durchaus gab) gewohnt sind… Also: wir waren von der Anfahrt auf New York zu schlicht begeistert, hin und weg! Schaut selbst!