Meer sehen
Die Geschwindigkeit, mit der wir durch die Wogen gleiten, hat noch einen weiteren Effekt: Die Wetterverhältnisse ändern sich rasant. Wo eben noch eine graue Wellenwand war, wirft die Sonne ihr oranges Licht auf die Schaumspitzen der Wellen. Und wo gerade noch ein blauer Himmelsfetzen prangte und das Meer grün einfärbte, entlädt nun eine Wolke schweres Nass über dunkelgrauen Wogen. Stundenlang kann ich diesem wechselvollen Schauspiel zuschauen. Von unserer Kabine aus mache ich bei Gelegenheit immer wieder mal ein Foto mit den immergleichen Einstellungen. So entsteht ein visuelles Tagebuch unserer Seereise, das beides dokumentiert: Die formale Gleichförmigkeit und die inhaltliche Abwechslung. Soll mir jemand sagen, eine Seereise sei langweilig.