Die Gefürchigen

Die beiden letzten Tage haben wir im Bryce Canyon National Park verbracht. Der Park ist berühmt für seine Erosionsformen und die farbigen Gesteinsschichten. Während wir gestern die Formationen von Aussichtspunkten mehr aus der Ferne genossen, habe ich sie heute auf einer Wanderung von Nahe kennengelernt. Und das eröffnete mit jedem Schritt neue Perspektiven. Habt ihr als Kinder auch Sandtürmchen gebaut? Ich meine nicht die,wo man den feuchten Sand in Förmchen presst, sondern ein flüssiges Sand-Wasser-Gemisch auf den Boden tropfen lässt. So ähnlich sehen die Formen hier aus. Und mit jedem Meter, den man geht, verändert sich die Szenerie dieser Märchenwelt. Farben von braun über rot und orange bis zu weiss, deren Intensität sich je nach Lichteinfall ändert. Und hinter jeder Wegbiegung erscheinen neue Türmchen, Felsbrücken, Tore und Tiefenblicke. Einige der Felsnadeln verjüngen sich zunächst, werden dann aber wieder dicker. Diese Formen nennt man hier Hoodoos, nach dem Wort der Paiute für etwas Furchterregendes. Gemäss den Legenden sollen es Wesen sein, die wegen ihres Fehlverhaltens in Steine verwandelt worden sind. Bei Tag sehen die Kerle friedlich aus. Doch bei Nacht kann ich mir vorstellen, dass sie schon recht gfürchig sind.