Tafeln wie die König:innen
Meiner Linie ist diese Überfahrt ja nicht wirklich zuträglich. Aber wir habens ja geahnt, dass wir nach 10 Tagen schlemmen eher vom Schiff rollen werden, als queenslike von der Queen zu schreiten. Aber dass die Küche soo exquisit und der Küchenchef und sein Team inkl. Patissiers, Chocolatiers und Chef de Desserts (sorry, Daniela, ich kann mir die genauen Begriffe nie merken, wer für was zuständig ist) soooo gut kochen und backen, hätte ich mir nie träumen lassen. Deswegen essen Markus und ich sowohl Mittags wir Abends meistens im sehr edlen Restaurant „Britannia“ auf Deck 2 und 3 und ziehen es den Selbstbedienungsbuffet auf Deck 7, das allerdings auch mit einem edlen und riesigen Buffet aufwartet, vor. Nun aber zum Britannia: Weiss gedeckte Tische, Tafelsilber und Blumenschmuck gehören ebenso dazu wie abends stets dieselben zwei Kellner, die uns bedienen. Hier in Bild seht ihr Norlito, ein speziell herzlicher Philippine, der bereits seit 19 Jahren auf der Queen Mary arbeitet. Wir könnten uns jeden Mittag und Abend ein Vierganmenu genehmigen. Zum Glück sind die Portionen klein, was Markus und ich sehr schätzen. Ich wähle meistens den vegetarischen Hauptgang oder Fisch. (es gibt jeweils eine Auswahl von fünf verschiedenen Vorspeisen, verschiedene Suppen und Salate sowie fünf Hauptgänge und fünf Desserts, aus denen man auswählen kann, und die täglich wechseln). Die vegetarische Küche ist wirklich super hier. Die lassen sich extrem viel einfallen: kochen viel mit Linsen, Pilzen, Kichererbsen, Auberginen, Kartoffeln, verschiedenen Bohnen und Erbsen und anderen Gemüse. Wir vermuten, dass der Küchenchef Engländer ist, und so lernen wir vor allem die britische Spitzengastronomie kennen, die uns vorzüglich schmeckt. Die Desserts sind auch sehr originell. Mit Namen wie Sticky Caramelpudding (ein luftig-feuchtes Melasse-Küchlein) oder Almondopera (eine Art Schichttorte) können wir meist nichts anfangen, und so lassen wir uns jeweils überraschen, welche Dessertkreation sich dahinter verbirgt. Täglich gibt es auch eine Kreation von fünf hausgemachten Glacésorten, von denen man jeweils drei kleine Kugeln wählen kann. Dazu gibts es ein riesiges Zmorgebuffet mit allen erdenklichen Speisen: von 5 verschiedenen Sorten Würstchen über viel geräuchten Fisch, Aufschnitt Käse, Eierspeisen bis zu Viennoiserie, Müesli, Joghurt, Früchtekompotts, rohe Früchte und und und. Und wer noch nicht genug hat, kann sich zwischen 15.30 und 16.30 Uhr mit dem Afternoon -Tee verwöhnen lassen: fünf verschiedene Sorten kleiner Sandwiches, Scones, salted butter, marmelade, und wieder assortierte Patisserie. Dazu wechselnde Live-Musiker, vom Streichtrio, über die Hauspianistenbbis zur Harfenistin: Kaum zu glauben, was wir hier geboten bekommen. Bei all dem Essen (ich nehme beim Afternoon-Tee nach dem ersten Mal nun bloss noch Tee – nicht weil mich die Scones nicht verlocken würden, sondern weil es mir schlichtweg zu viel ist :-)) machen wir jedoch auch viel Sport. Das tut gut. Ich, Katharina, war gestern Schwimmen und gönnte mir danach Entspannung in der Jaccuzzi, Markus war im Fitnessraum rudern. Um 11 gab’s dreiviertel Stunde Tanzkurs mit Cha cha cha. Nachmittags könnte man auf Deck flanieren, walken oder joggen. Da gestern zum ersten Mal recht Seegang herrschte (4,5 Meter hohe Wellen), zogen wir es vor, nach dem Mittagessen in unserer Kabine mit Balkon zu ruhen :-). Ihr seht: es fehlt uns hier auf der Queen Mary in kulinarischer aber auch kultureller Hinsicht wirklich an Nichts!